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3:29:41

… die Schlusszeit zum Anfang. Doch nun mal der Reihe nach. Am Samstagnachmittag sind wir nach Luzern gefahren. Kurz vor Luzern reisst die Bewölkung auf: Sonnenschein, die frisch verschneiten Berge, macht Lust auf laufen. Wobei für Sonntag starke Bewölkung angesagt ist, aber kein Niederschlag. Auch nicht schlecht. Zimmer beziehen im Hotel und dann ein gemütlicher Spaziergang zur Startnummernausgabe. Beim asics-Stand lasse ich mir noch ein Pace-Armband drucken: 3:25. Immer noch bin ich unentschieden, wie ich das Rennen angehen soll. Einfach laufen, geniessen? Ist ja der erste Marathon. Gas geben, schauen was drin ist? Ich weiss es nicht. Die Zwischenzeiten hätte ich jetzt ja. Dann treffen wir uns noch mit Cornelia und Gregor aus Wiesbaden. Sie laufen beide den Halbmarathon. Wir trinken zusammen etwas und plaudern über dies und das.

Nach einem feinen Nachtessen lege ich mich früh schlafen. Aufgeregt bin ich nicht. Oder doch? ich stelle den Wecker auf Winterzeit um, stelle die Weckzeit ein und schlafe bald tief und fest…. bis mir meine Liebste am nächsten Morgen zuruft: „Du hast verschlafen!“ Tatsächlich, gleich 7 Uhr und ich habe den Wecker doch auf 6:15 … Ja, habe ich, nur eingeschaltet habe ich ihn nicht! Schnell unter die Dusche, wach werden und zum Frühstück. Etwas spät, reicht aber noch. Zum Glück habe ich wenigstens alles Nötige schon am Vorabend bereitgestellt. Kurz nach 8 gehts zum KKL, um mit dem Schiff zum Start zu fahren. Trotz der Panne bin ich nicht nervös. Irgendwie bin ich gar nicht richtig da, nicht in Wettkampfstimmung. Einlaufen, trinken, noch etwas laufen, wieder trinken. Viele Läufer, viele Zuschauer, viel Betrieb. Lässt mich kalt. Ist das nun gut oder schlecht? Ich weiss es nicht, tendiere aber eher zu weniger gut. Der Adrenalinstoss fehlt. Taktik? Ach ja, ich werde mal auf 3:25 angehen, 4:50/km. Aufpassen, nicht zu schnell starten, sage ich mir. Und dann schickt uns Viktor Röthlin schon auf die Strecke.

Ich halte mich zurück, werde links und rechts überholt. Trotzdem bin ich zu schnell. Immer wieder bremse ich mich. Nach Kilometer 5 die erste Steigung. Alles klar, leichtes Seitenstechen, das ist wohl die Rache des schnellen, späten Frühstücks. Bei km10 passiere ich in 47:13, etwa 90sec früher als geplant.

Luzern Marathon_2720bearb

Seebrücke

Wieder mahne ich mich zur Zurückhaltung. Die Halbmarathonmarke passiere ich in 1:40:48, immer noch rund 90sec Vorsprung auf meinen 3:25er-Plan. Nun wird meine Taktik etwas konkreter: bis km30 pace halten, dann wenn möglich etwas beschleunigen. Es läuft gut, das Seitenstechen ist weg (seit wann eigentlich?) und auch sonst zwickt oder klemmt es nirgends. Es ist angenehmer zu laufen nun, wo die Halbmarathonis weg sind, gibt es mehr Platz und alles ist etwas weniger hektisch. Nur die Steigungen sind in der 2.Runde viel länger und auch deutlich steiler…

 Luzern Marathon_2736bearb

Ich passiere km30 in 2:23:37. Hoppla, da bin ich schneller geworden. Ich habe meinen Vorsprung auf zweieinhalb Minuten ausgebaut. Also weiter, einfach laufen lassen. Aber anstatt etwas schneller zu werden, werde ich langsamer, deutlich langsamer. Ich bringe den km-Schnitt nicht mehr unter die 5 Minuten. „I ‚m still standing“ denke ich. Falscher Song! Daran habe ich nicht gedacht. Klar stehe ich noch, aber man kann auch stehend KO sein! Vielleicht wäre „Rocket-man“ besser gewesen…

Bis km35 kann ich den Schaden in Grenzen halten und verlier bloss die Minute, welche ich vorher dazugewonnen hatte. Und nun gehts ja abwärts Richtung KKL und Seebrücke, da sind viele Leute, tolle Stimmung, da läuft es von alleine. Denkste! Auch abwärts muss jeder Schritt erarbeitet sein, erkrampft und erkämpft! Stehen bleiben, ein wenig gehen, 100m nur. Keine Chance, das lasse ich nicht zu. Alle paar Meter der Blick auf die Uhr. Unter 3:30 liegt noch drin. 5er-pace, das ist doch zu schaffen.

Nach 3:29:41 stoppe ich die Uhr. Geschafft! Trinken, eine Banane essen, etwas Trockenes anziehen. Eine ganze Weile gehe, eher schleiche, ich in Socken durchs Verkehrshaus. Immer wenn ich in die Schuhe schlüpfen will, packt mich ein Krampf. Waden, Oberschenkel, selbst die Bauchmuskeln…

22 Antworten

  1. Glückwunsch aus Nordhessen 🙂 Ein Bericht zum mitfühlen, Danke !

  2. Ich hatte einen ‚grünen‘ Willi 🙂 kurz vor dem Ziel vorbeiflitzen sehen, also wars du es. Gratuliere, eine Super Leistung!

  3. Glückwunsch zu dem starken Marathon!
    Eine 3:29 zum Debüt – das ist genial.

    Danke auch für den schönen Bericht.
    Irgendwie ist es schade, dass du nicht 3:30 als Ziel gewählt ist (klingt doch irgendwie runder, hm?), dann wäre das Debüt ja perfekt geworden.

  4. @Thomas: Danke! Ich fühle es auch heute noch mit…
    @Phyrum: Wenn der vorbeigeflitzt ist, dann kann das unmöglich ich gewesen sein! Danke!
    @Hennes: Wäre es in der Tat. Hatte die 3:30 schon als Plan B im Hinterkopf, aber nach dem gelungenen Start… Danke auch dir für die Glückwünsche.

  5. Viele haben gegen dem Ziel erschöpft ausgesehen. Einige auch noch erschöpfter 😉 Dein MA ist eine Respektable Leistung! Du bist zweimal die HM-Strecke gelaufen und in beiden schneller als ich!

  6. Wow! ..das nenne ich ein Debut! Herzlichen Glückwunsch & gute Erholung!

  7. Respekt!!!
    Gratuliere zu diesem Ergebnis.
    Würde ich nicht bringen.

    Gute Erholung.

    Gruß Peter

  8. Tolles Ergebnis! Du kannst richtig stolz sein!
    *schulterklopf*
    Begeisterte Grüße, Anke

  9. Herzliche Gratulation zu dem tollen Marathon. Das erste Mal und gleich eine solche Zeit ist wirklich gut… Bravo.

    Ich wünsche dir gute Erholung.
    Viele Grüsse, Hugo

    • Danke, Hugo. Der Einbruch wurmt mich schon etwas. Aber das gibt ja auch wieder Motivation, es noch einmal zu versuchen.

  10. Hallo Willy

    Herzliche Gratulation von Deinem 100km-Team-Kollegen. Super-Zeit für den ersten Marathon!
    Ich war heute am Dublin-Marathon unterwegs. War ebenfalls ein schöner Lauf mit ca. 12’000 Läufern. „The friendly Marathon“ wird er zurecht genannt. Vielleicht mal was für einen Deiner nächsten Marathons?
    Gruss
    Bruno

  11. Hallo Bruno! Schön, dass du dich in meinen Blog „verirrt“ hast. Danke für die Glückwünsche, welche ich umgehend zurückschicke: Deine 3:18 ist ja noch eine ganz andere Kategorie!

  12. Cooles Debut und klasse Zeit, die Lockerheit muss man erst mal haben, um so knapp unter 3:30 zu laufen 🙂

    Gute Erholung &
    Schöne Grüße

    Lars

  13. Danke für deinen Kommentar auf meinem Blog (endlich kenne ich wieder einen meiner Leser mehr ;-)). Gratulation zum Finish!
    Luzern war auch mein erster Marathon und ich hatte auch mit Einbrüchen zu kämpfen – jedoch schon 7km vor Schluss – Wadenkrämpfe… Aber trotzdem ein absolut tolles Erlebnis! Auch dir gute Erholung 😉

  14. Herzlichen Glückwunsch zu diesem starken Debut. Respekt! Ich habe selber viele Versuche gebraucht, bis ich die 3:30 unterschritten hatte.

    Ich wünsche Dir eine gute Erholung und die Planung für den Nächsten!

    Grüße Kay

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